OFFENBACH VON UNTEN ____________ So sicher, dass es weh tut

9.12. * 19 UHR


Polizeigewalt & Repression sind in Offenbach Teil des Alltags: Auf dem Weg durch die Stadt, in der S-Bahn, auf WG-Partys, in Form von Racial Profiling werden Menschen kontrolliert, schikaniert und / oder Opfer körperlicher Gewalt. Nicht selten folgt darauf eine Anzeige wegen vermeintlichem „Widerstand gegen Beamte“, „Beleidigung“ und ähnlich mühsamen Anschuldigungen. Wir wollen im Rahmen dieser Veranstaltung fragen, wie mit der alltäglichen Polizei-Repression umgegangen werden kann, welche Strategien es gibt, sich hier gegenseitig zu ermächtigen und zu unterstützen. Neben rechtlichen Fragen soll es auch um Möglichkeiten der emotionalen Unterstützung, den Umgang mit Angst & Unsicherheit sowie um die Frage gehen, wie langfristige Strukturen geschaffen werden könnten, um der Polizeigewalt in Offenbach solidarisch & entschlossen entgegen zutreten. Nach einem kurzen Vortrag sitzen im Podium unter anderem Menschen von der Roten Hilfe Frankfurt, Copwatch FFM und LOS! Die Liste des Podiums wird noch erweitert.

Im Anschluss lädt Lichtloch zum Konzert von Gæs, xLangenx und Never Grown Up. Es wird zudem einen Solitresen von lOS! geben. Einnahmen dienen der Unterstützung von Betroffenen von Polizeigewalt.

Der Vortrag ist Teil unserer Verantsaltungsreihe OFFENBACH VON UNTEN. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe sollen Themen diskutiert werden, die in den offiziellen Erzählungen dieser Stadt nicht vorkommen. Einmal wollen wir uns die Geschehnisse nicht von Expert*innen der Stadtverwaltung, Marketingabteilungen oder Planungsbüros erklären lassen, sondern selber – als Einwohner*innen – über die Stadtgeschichte, die politischen Geschehnisse, sowie über alltägliche Erfahrungen in dieser Stadt reden. Die Veranstaltungsreihe richtet sich an alle Bewohner*innen dieser Stadt, die an einem solidarischen Austausch über aktuelles und vergangenes Stadtgeschehen interessiert sind.

OFFENBACH VON UNTEN _____ Von der „Sozialen Hängematte“ zum „Trampolin“


Di 14.11. 19 Uhr

Wir wollen über die Einrichtung und Durchführung neoliberaler Sozialpolitik anhand dessen reden, was gemeinhin „Hartz IV“ genannt wird. Im Mittelpunkt stehen für uns neben bundesweiter Politik die Umsetzung der damit verbundenen Ausgrenzungen in Offenbach.

Daran sollte sich in der Diskussion die Frage anschließen, was unter „kommunaler Sozialpolitik“ heute noch verstanden werden kann.

Input und Diskussion

und ab ca. 21.30 Uhr: Küche für Alle in der Kapelle der HfG.

Menschen mit Erfahrungen im Jobcenter sind herzlich willkommen !

OFFENBACH VON UNTEN _____ Die Lohwald-Siedlung


Die Lohwald-Siedlung (heute „An den Eichen“) wurde Ende der 1990er-Jahre von der Offenbacher Stadtverordnetenversammlung zum Abriss freigegeben. Ihre Bewohner*innen wurden auf das gesamte Stadtgebiet umgesiedelt. Der Lohwald hat sichtbar gemacht, wie Menschen in dieser Gesellschaft systematisch ausgegrenzt und stigmatisiert werden. Ein Umstand, der sich in den vergangenen zwanzig Jahren in keiner Weise zum Besseren verändert hat. Der Vortrag widmed sich dieser Episode jüngerer Offenbacher Stadtgeschichte und stellt dabei Bezüge zur heutigen Sozial- und Armutspolitik her.

Kommt vorbei & diskutiert mit uns über unsere eigenen Perspektiven auf Offenbach 🙂 Dienstag 24.10.2017 um 19 Uhr in der Linken Ecke.
Wir fr
eu’n uns auf Euch!

Der Vortrag ist Teil unserer neuen Verantsaltungsreihe „Offenbach von Unten“. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe sollen Themen diskutiert werden, die in den offiziellen Erzählungen dieser Stadt nicht vorkommen.

Einmal wollen wir uns die Geschehnisse nicht von Expert*innen der Stadtverwaltung, Marketingabteilungen oder Planungsbüros erklären lassen, sondern selber – als Einwohner*innen – über die Stadtgeschichte, die politischen Geschehnisse, sowie über alltägliche Erfahrungen in dieser Stadt reden. Die Veranstaltungsreihe richtet sich an alle Bewohner*innen dieser Stadt, die an einem solidarischen Austausch über aktuelles und vergangenes Stadtgeschehen interessiert sind.

Polizeigewalt öffentlich machen – in Offenbach und überall

Das gesellschaftliche Klima zunehmender Angst und die unversteckte Rückkehr rechter Parolen in bürgerliche Kreise fördert die Toleranz polizeilicher Repression.
 
In Folge einer gewalttätigen stadtpolizeilichen Maßnahme fand gestern der erste Gerichtstermin unserer Freundin* statt, die sich das nicht gefallen lassen möchte. Um die Verhandlung kritisch zu begleiten fanden sich zwischenzeitlich bis zu 50 aufgebrachte Menschen im Gerichtsgebäude ein. Es wurde dem größten Teil der Anwesenden nicht ermöglicht dem Prozess beizuwohnen und sie harrten geduldig vor dem Gerichtssaal aus.
 
Im Anschluss an die Verhandlung bildete sich spontan eine Demonstration mit der Forderung Polizeigewalt öffentlich machen – in Offenbach und überall. Sie zog vom Gericht über die Stadtwache am Marktplatz zum Aliceplatz, wo der Vorfall im Februar 2017 stattfand.
 
Danke an alle für die großartige Unterstützung, denn es hat es eine* getroffen, aber gemeint sind wir alle.
 
Für ein solidarisches Miteinander, in Offenbach und überall.

Dabei geblieben – eine Lesung mit Rehzi Malzahn

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Rehzi Malzahn hat etwa 30 biographische Interviews geführt und in ihrem Buch „Dabei geblieben“ veröffentlicht und kommentiert.
Sie versucht, anhand der Interviews herauszufinden, ob in politischen Gruppen immer nur die junge Generation vertreten ist, ggf. warum das so ist, aber auch, warum gerade „Ältere“ in den Gruppen bleiben.

Die Interviewten gehören verschiedenen linken Bewegungen an. Sie blicken auf ihr Leben und erzählen, wie alles angefangen hat, woran sie verzweifelt sind, was sie ermutigt hat oder wie sie mit Frust umgehen. Sind Job und Familie wirklich Gründe, um den Einsatz für eine radikal andere, bessere Welt aufzugeben – oder sind das nur vorgeschobene Argumente an einem Punkt, wo man von vielen Fragen nicht mehr berührt wird?

Wir wollen darüber und über unsere ganz eigenen Erfahrungen mit dem „Dabei-bleiben“ (oder dem Nicht-dabei-bleiben) miteinander reden.

Pressemitteilung

Folgende Pressemitteilung haben wir heute veröffentlicht. Wir bitten um Verbreitung. Und: Falls jemand bei der Wohnungssuche für die von uns unterstützte Familie helfen kann – Bitte melden!

Mühlheimer Sportverein betreibt Zwangsräumung von Familie mit drei Kindern.

Offenbach am Main, 14.09.2016

Der KV Mühlheim will die 5-köpfige Familie, die seit eineinhalb Jahren in der Wirtewohnung des Vereinsheims lebt, zwangsräumen lassen, weil der von den Kickers eingesetzte Pächter die Wohnung wiederrechtlich untervermietet hat. Während die Familie aufgrund der angespannten Wohnungssituation in Rhein-Main keine Ersatzwohnung auf dem freien Markt finden kann, verweigert die Wohnbau Mühlheim den Zugang zu öffentlich gefördertem Wohnraum aufgrund des befristeten Aufenthaltstitels der Familie. Stadt und Verein rühmen sich mit sozialem Engagement, während der Familie die Wohnungslosigkeit droht.

Familie Nurgul/Sadullaeva lebt seit 2014 in Deutschland. Seit Januar 2015 bewohnen Z. Sadullaeva, ihr Mann O. Nurgul und ihre drei Kinder (1, 7 und 9 Jahre alt) die Wirtewohnung des Vereinsheims des KV Mühlheim zur Untermiete. Anfang des Jahres 2016 erhebt der KV Mühlheim Räumungsklage gegen den Pächter des Gebäudes und bekommt Recht. Die Familie, die sich sofort auf die Suche nach einer neuen Wohnung macht, wird ebenfalls vom Verein aufgefordert, die von ihr bewohnte Wohnung zu verlassen.

Doch die Wohnungssuche gestaltet sich schwierig. Der freie Wohnungsmarkt hält kaum Angebote für große Haushalte mit niedrigem Einkommen bereit. Günstige 3-Zimmer-Wohnungen werden nicht an 5 Personen vermietet, die Mietpreise der wenigen auf dem Markt vorhandenen 4- und 5-Zimmer-Wohnungen würden in der Regel über 50% des Einkommens der Familie beanspruchen. Die Konkurrenz unter den Wohnungssuchenden ist groß und so gelingt es der Familie trotz massiver Bemühungen nicht, eine neue Wohnung zu finden.

Der Zugang zu öffentlich gefördertem Wohnraum bleibt der Familie, trotz mehrmaligen Terminen bei der Wohnbau Mühlheim und einem Wohnberechtigungsschein, ebenfalls verwehrt: Die Aufenthaltserlaubnis der Familienmitglieder wurde bisher jährlich lediglich um ein weiteres Jahr verlängert, das städtische Wohnungsbau-Unternehmen vermietet jedoch keine Wohnungen an Menschen mit befristetem Aufenthaltstitel. Während das Unternehmen auf eine Sonderregelung verweist, nach der die Stadt Mühlheim als Mittlerin selbst eine städtische Wohnung mieten und diese wiederum an die Familie weiter vermieten könne, weist die Stadt diese Möglichkeit zurück. Der Familie wird folglich auch die kommunale Unterstützung bei der Wohnungssuche verwehrt. Auch die Registrierung bei den öffentlichen Wohnbauunternehmen in der Umgebung, wie der Frankfurter ABG Frankfurt Holding führen zu keinem Ergebnis. Wie im Falle der Wohnbau Mühlheim betragen auch hier die Wartezeiten für eine Sozialwohnung mehrere Jahre. Zudem ist unklar, ob die genannten Unternehmen ebenfalls Menschen mit befristetem Aufenthaltstitel von ihrem Angebot ausschließen.

Die schleppende Bearbeitung der Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis der Familie durch die Dietzenbacher Ausländerbehörde stellte über längere Zeit eine weitere Erschwernis dar, denn die Wohnungssuche mit einer beinahe ausgelaufenen Aufenthaltsgenehmigung präsentierte sich als völlig aussichtslos. Erst nach unzähligen Besuchen auf dem Amt und dem hartnäckigen Beharren auf ihrem Rechtsanspruch, hat die Familie endlich eine 3-Jährige Verlängerung ihres Aufenthaltstitels erhalten.

Die genannten Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche werden dem Verein mehrmals kommuniziert, dennoch beantragt dessen Vorstand – der sich sonst nur all zu gerne mit seinem sozialen Engagement schmückt – eine Räumungsklage und nimmt somit in Kauf, dass die Familie, deren beide Söhne ebenfalls Mitglieder des Vereins sind, von nun an von Wohnungslosigkeit bedroht ist. Auch darüber hinaus verweigert der Verein eine gemeinsame Lösungs- und Wohnungssuche.

Die Situation der Familie verschärft sich zusätzlich dadurch, dass sie seit Februar 2016 regelmäßig Schikanen und Übergriffen ausgesetzt ist. Unter anderem wurde das Trampolin der Kinder in Brand gesteckt, das Auto der Familie beschädigt, die Fahrräder geklaut. Die aktuelle Wohnsituation stellt somit auch eine akute Bedrohungssituation für die Familie dar. Umso dringender ist sie auf eine neue Wohnung angewiesen, um dieser endlich zu entkommen.

Obwohl die städtischen Behörden von den Übergriffen Kenntnis haben, trägt die Stadt nicht dazu bei, für die Familie einen Ausweg aus ihrer unzumutbaren Wohnungssituation zu finden. Sie verharrt stattdessen auf bürokratischen Richtlinien, welche die Unterstützungsleistungen vom Aufenthaltsstatus der Familie abhängig machen. Anstatt die Ernsthaftigkeit der Lage anzuerkennen, reproduziert sie die Logik des deutschen Sozialstaats, nach der Menschen entlang bürokratischer Kategorien gegeneinander ausgespielt werden und um staatliche Unterstützung konkurrieren müssen. Defizite der sozialen Daseinsvorsorge – wie die ausreichende Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum – werden dabei in persönliche Defizite von Menschen in Notsituationen umgedeutet.

Frau Sadullaeva und ihre Familie haben sich mit der Bitte um Unterstützung an den Allgemeinen Sozialen Dienst der Stadt Mühlheim, an ein Mitglied der freikirchlichen Gemeinde und an Offenbach solidarisch gewandt und werden von diesen unterstützt. Auch sie scheitern momentan jedoch an der aktuellen Wohnungsmarkt-Situation im Rhein-Main-Gebiet. Während in Frankfurt die Wohnungsnot bereits lange diskutiert wird, wird deutlich, dass sich die Wohnungssituation auch für zahlreiche Menschen in Mühlheim äußerst prekär gestaltet. So weist die durchschnittliche Wartezeit für eine Sozialwohnung in Mühlheim von bis zu 5 Jahren auf einen massiven Mangel an bezahlbarem Wohnraum hin. Dies zeigt sich darüber hinaus an der hohen Belegung und der langen Verweildauer der Menschen in den hiesigen Notunterkünften. Dies zeigt auch, dass die Verdrängung aus Städten wie Frankfurt und Offenbach bereits in Mühlheim angekommen ist.

Die Familie ist folglich weiterhin dringend auf Unterstützung angewiesen. Hinweise zur Wohnungssuche werden gerne entgegengenommen.

Für Rück- und Interviewanfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:

LOS! OFFENBACH SOLIDARISCH
los@riseup.net

Weitere Informationen zu Offenbach Solidarisch finden Sie unter folgenden Adressen:
http://offenbachsolidarisch.blogsport.eu/
https://www.facebook.com/offenbachsolidarisch/

DRINGEND! 3/4 Zimmer Wohnung in Mühlheim/Umgebung gesucht!

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Für eine unverschuldet von Räumung bedrohte Familie mit geregeltem Einkommen wird eine möglichst schnell bezugsfertige 3-4 Zimmer Wohnung in Mühlheim gesucht.

Alternative Orte wären: HU-Steinheim, OF-Waldheim,Bürgel etc., O-Hausen, Lämmerspiel. Anbindung an die S-Bahn zum Flughafen wäre wichtig.
Höchstmiete/Schmerzgrenze: 1000 Euro warm ( gerne weniger… 😉 )

Angebote bitte an uns per PN – wir vermitteln weiter.
Danke